Dienstag, 21. März 2006

Bruche II

Es mag seltsam anmuten, aber die Bruche - also die Unterhose - ist eines der elementaren Kleidungsstücke des Mannes im Mittelalter. Dementsprechend sorgfältig sollte man dabei sein, eine solche zu nähen.

*gen Alveradis und RiderofDeath schielt*

Es kann wirklich unsäglich sein, denn man sie falsch näht, hat man ständig das Gefühl, man würde ohne Unterhose herumlaufen.


Man nehme 2 Meter Leinen.. ach nein.
http://www.berwelf.de

Unter Kleidung - Schnittmuster Mann findet man die Anleitung. Ich will sie nicht mehr missen. Komplett handgenäht, bemitleidet meine Fingerkuppen.


PS: Die Anleitung der Beinlinge habe ich mir ebenso bei Berwelf abgeguckt. Dickes Danke an die Berwelfe.

Viel zu lange Pause.

Man möge mir verzeihen, aber irgendwie war bei mir in den letzten Monaten zum bloggen die Luft raus.

Montag, 29. August 2005

Mittelaltermarkt/fest in Golling

Der erste Tag war wirklich schön. Ich schlug mit in etwa 40.. na gut, 30-40 kg Gewicht in Golling auf (hah, ich liebe Jargon) und stapfte frohgemuts gen Lagerplatz. Wo mir kurzerhand von holden Frauen gesagt wurde, ich dürfe mein Zeug wieder durch die ganze Stadt gen Campingplatz tragen.. einer Sherpa-Laufbahn stand kaum was im Wege.

Nach ein paar anfänglichen Quereleien und furchtbar teurem Zeltplatz (36 euro für 2 leute - 2 nächte), der außerdem glücklicherweise neben den ÖBB-Schienen lag (das DamDam.. DaDam ist nur innerhalb der Züge einlullend) war der Freitag Abend wirklich gelungen. Tolle Leute neben uns, von Draconis irgendwas.. und dahinter eine ganze Gauklerfamilie, welche sich vorzüglich aufs Jonglieren und Musizieren verstanden.. auf unserer kleinen "Teilwiese" war es echt gemütlich.

Am Samstag wurde ich durch das grollende Metallross der ÖBB vor 6 Uhr morgens geweckt.. da ich Depp meinen Schlafsack vergessen habe, konnt ich sowieso nur schwer schlafen, weils schon ziemlich frisch war - auch wenn die Gewandung inklusive Umhang und Decke auch recht gewärmt hat.

Kurz vor dem Umzug wollte ich die Bruche noch einmal gscheit spannen - sozusagen die Zerreißprobe - als der Bruchengürtel tatsächlich gerissen is und im Zelt sich auf einmal das Riesending auf den Boden herniedersenkte. Ich muss mir wirklich noch eine Technik überlegen, das Ungetüm richtig anzulegen.. und mit einem Gürtel zu sicher. Außerdem sind neue Beinlinge fällig, was aber wohl nicht schlimm zu nähen sein sollte.
Ich tu mir eigentlich derzeit nur mit der Farbwahl schwer.. da mich aufgrund meines dunkelbraunen Surcots jeder für einen Mönch hält... gehören eben noch Reitschlitze und Stickerei und Borte darauf.
Auf jeden Fall konnte ich mich dann mit einem "Trachtenband"(?) von Christina retten.
Beim Umzug haben wir uns dann den Ritter von Draconis soundso (es tut mir echt leid, ich konnte mir diesen Namen nicht merken) ausgeborgt.. sah mit seiner Plattenrüstung nicht schlecht aus, auch wenn er lieber einen auf Fantasy macht. Jeder, wie er will.. kein Problem.

Großteils war ich dann mit dem Nähen meiner Gugel beschäftigt.. war auch ziemlich sauer, als ich merkte, dass ich drei Stunden lang verkehrt herum genäht hatte... dann war es schon dunkel und ich hatte2 Gugeln, deren Gesichtsöffnungen aneinandergenäht waren.. super.
Zum Glück hat mir nachher Irene geholfen... dass mir sowas passiert.

Währenddessen haben wir uns sogar eine Märchenerzählung des Tristan von Berlin von Germanitas Ferri gegönnt. Mit der unfertig genähten Gugel in den Händen konnt ich mich den hohen Damen leider nicht wirklich würdig vorstellen.. egal. (wie Wiki so gern sagt)

Nach dem heftigen Gewitterschauer von Samstag auf Sonntag hab ich dann doch im Ritterzelt geschlafen (danke für die Decke *g*).

Leider sind am Sonntag vormittag viele abgereist.. nur die "Harten" sind wohl geblieben. Schade... aber es war dennoch noch lustig.
Nach einem peinlichen Faux-pas auf dem Klo sind wir ein wenig mit Verena von den Greifensteigern rumgezogen..


Ich schreib vllt demnächst weiter, aber langsam wird es mir zu spät und ich muss durchmachen... der geneigte Leser (falls er es so lange durchgehalten hat) wird mir bestimmt verzeihen.


Ein kleines Fazit: Ich mag Streitereien zwischen Schwestern nicht. Und Kommandotöne außerhalb der Kaserne.

Montag, 25. Juli 2005

Die Bruche

Gebt mir zwei kleine Stangen und man kann daraus ein Zelt bauen. Ein riesiges unförmiges Ding, was - falsch angezogen - wie der Lendenschurz eines Sumoringers aussehen kann. Übrigens auch sehr kompliziert anzuziehen. Aber verdammt nochmal.. sie ist die wohl gemütlichste Unterhose, die ich je hatte. Unbeschreiblich. Sobald ich zuhause bin, werd ich hier reinstellen, wie man sie anfertigt. :-)

Samstag, 9. Juli 2005

Einleitung

Das dunkelbraune Ross wiehert und schnaubt leise, es ist unruhig. Bedächtig langsam setzt es einen Huf vor den anderen und trägt seinen Reiter vorsichtig durch den Nebel, der wie zähe Suppe durch den Wald wabert und sich seinen Weg auf den kleinen Pfad bahnt. Die Sonne ist vor einer Stunde erst aufgegangen und der Raureif glänzt auf den Pflanzen. Es ist kalt.. darum zieht der Reiter seinen Mantel etwas enger und senkt den Kopf, seinem Pferd vertrauend, dass es ihn heimwärts tragen möge. Plötzlich hält es inne… da war doch etwas? Auch dem Reiter entgeht das nicht, er legt die Hand auf seinen Schwertgriff und späht in den dunklen Wald hinein.

Schritt für Schritt nimmt es zögernd seinen Trab wieder auf. Uralte Instinkte, die ein Tier vor Gefahr warnen, erwachen. Der Puls beschleunigt sich, Adrenalin pumpt sich in die Adern und die Muskeln verhärten sich. Es ist auf alles vorbereitet, seinen Träger in die Schlacht zu bringen. Der Reiter scheint, als hätte er schon mehrere Kämpfe hinter sich und ist dafür auch ziemlich gut ausgerüstet. Seine Hände stecken in dicken Handschuhen und halten die Zügel fest, jederzeit bereit, um loszupreschen. Eng presst er seine mit Wadenwickeln umwickelten Beine gegen die Flanken seines treuen Reittieres. Da bewegt sich etwas.. ein paar Blätter rascheln und es ist doch nur ein Fuchs, das Wappentier, das auf seiner Brust prangt, der aus dem Gebüsch hervorlugt.
Mit einem flüchtigen Lächeln quittiert der Reiter den Fuchs, als aus heiterem Himmel ein Bolzen an ihm vorbeirast und zitternd in einer alten Eiche am Wegesrand stecken bleibt. Wiehernd bäumt sich der Hengst aus Angst auf und dreht sich um einen Viertelkreis in die Schussrichtung. Hastig schnallt sich der Reiter den weißen Schild, der vorher auf seinem Rücken hing, auf seinen linken Unterarm und prescht auf den Waldrand zu, wo der Schütze lauert, angelehnt an einen Baum… und eilig einen neuen Bolzen einzulegen versucht.

Dienstag, 5. Juli 2005

Der Gambeson/Akheton

Also.. was ist das?

Der Gambeson ist ein militärisches (Unter)gewand aus dem Mittelalter. Während es beim Fußvolk der Hauptbestandteil der Rüstung war und somit gut schützen musste, war es bei den Hauptleuten, Serganten und Rittern "nur" das Unterteil unter dem Kettenhemd. Darum auch verschiedene Anfertigungen..
(Übrigens.. das hier hat keinen Anspruch auf historische Korrektheit, es sind nur die Überlegungen und Gedanken mehrerer Personen)

Hauptsächlich besteht der Gambeson aus einer Außenhaut, meist Leder oder Leinen.. und einer dicken Fütterung, was Schafwollvlies, Stoffreste, usw sein konnte.

Der Gambeson für das Fußvolk war mit Sicherheit dicker, da er nicht nur die Wucht, sondern auch Schnitte abwehren musste, was bei den "höheren" Kriegern das Kettenhemd übernahm. Wenn ein Kettenhemd getragen wurde, konnte der Gambeson also auch ruhig dünner sein - das Kettengeflecht schützte nicht nur gut vor Schnittwunden, durch sein Gefüge verteilte es auch Hiebe auf größere Flächen und wehrte sie gut ab.

Und da ich mir zu geizig bin, zwischen 80 und 200 Euronen für einen Gambeson zu zahlen, versuche ich mich selbst daran. Ist übrigens auch lustiger so. Und die Gewährleistung, dass meiner Einzigartig ist, beträgt gute 100 %. :-)

Also.. da ich auch vorhabe, ein Kettenhemd darüber zu tragen, werde ich mich dem eher dünneren Gambeson widmen.
Schritt 1 dürfte das Organisieren der Materialen sein. Was brauche ich? Zwei bis drei Meter festes Leinen, sowie jede Menge Schafwollvlies. Außerdem eine vernünftige Nadel und gutes Garn. Ich meld mich, wenn ich soweit bin.

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